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Designerbabys - Zwischen Möglichkeit und Moral

Wissenschaftliche Sitzung mit Bbr. Luca Meckes

Karlsruhe. Zum Abschluss des WS-Marathons zum Semesterstart durften sich die Karlsruher AHAH und Aktiven noch auf den letzten Vortrag von Neofux Bbr. Luca Meckes zum Thema „Designerbabys – Zwischen Möglichkeit und Moral“ freuen. Mit einem kurzen Ausschnitt aus der Satire-Dystopie „Qualityland“ gab er einen sicher überzogenern, aber doch viel zu gut vorstellbaren Ausblick in die zukünftige Brisanz des Themas: „Standardkinder haben doch kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt!“ Doch wie käme man überhaupt in die Situation sein Kind nach Wahl genetisch einstellen zu können und wie limitiert man die Möglichkeiten auf ein vertretbares Maß?

Via Pränataldiagnostik und Präimplantationsdiagnostik ist es heute schon möglich, bereits im Mutterleib oder vor dem Einsetzen einer befruchteten Eizelle in denselben Aussagen über den Gesundheitszustand des heranwachsenden Organismus zu treffen. Was heute schon gang und gäbe ist, schrammt bereits an der Grenze des Moralverständnisses vieler Menschen: Darf auf Basis der so gewonnenen Informationen die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch oder die Auswahl einer spezifischen befruchteten Eizelle getroffen werden?

Doch mit CRISPR-CAS ist der Genforschung in den letzten Jahren ein Quantensprung gelungen, der sogar eine beliebige Manipulation der Erbinformation in vivo und auch in vitro erlaubt: Durch Proteine, die Bakterien im Normalfall zur Zerstörung von Viren-DNS ausbilden, kann hier die basengenaue Abtrennung von Strangteilen aus der DNS gelingen. Die Integration von Ersatz-Strängen erfolgt daraufhin durch Reparaturmechanismen der Zellen. Und so tat auch der Referent seine Meinung kund: "Damit hält die Menschheit den Generalschlüssel für eine DNS in den Händen, deren vollständiges Verständnis noch in weiter Ferne liegt." Zwar könnten Krebszellen gezielt zerstört und auch sonst viele Krankheiten geheilt werden, aber gleichzeitig könnten Manipulationen auch Auswirkungen auf bisher nicht in Zusammenhang gebrachte andere Körper- oder Zellfunktionen haben.

Darüber hinaus offenbarten sich ganz neue Ideen zur Entwicklung von Biowaffen und zur Durchsetzung zweifelhafter politischer Ideologien. Bis die CRISPR-CAS-Technologie ganz den Kinderschuhen entstiegen ist und ihre noch teilweise bestehenden Probleme beim Transport durch größere Organismen überwunden hat, muss sich die internationale Forschung zwischen Innovationsfreiheit und Kontrolle eingependelt haben. Und allen Beteiligten war auch nach der anregenden anschließenden Diskussion klar: Wir sollten spätestens dann wissen, ob wir die Augenfarbe unserer Kinder tatsächlich im Katalog aussuchen wollen.