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Brot für die Welt. In Zukunft durch Gentechnik?

Wissenschaftliche Sitzung mit Bbr. Hendrik Plett

Karlsruhe. Die Tage vergehen, die Prüfungsphase nähert sich und das Programm des Sommersemesters 2019 ist fast zu Ende. Trotzdem scheint die Aktivitas nicht müde und versammelte sich am 02. Juli 2019 für die vierte und letzte Wissenschaftliche Sitzung des Semesters. Unter dem Titel „Brot für die Welt. In Zukunft durch Gentechnik?“ erzählte unser Bbr. Hendrik Plett über die Entwicklung einer exponentiell wachsenden Bevölkerung und den Zusammenhang mit der Gentechnik, um alle Einwohner zu ernähren.

Das Grundproblem des Agrarmarktes ist die limitierte nutzbare Fläche für die Landwirtschaft. Diese betrage etwa 90 Millionen km^2 und entspreche somit neun Mal der Fläche der Vereinigten Staaten. Trotzdem steige die Nachfrage und der Bedarf für diese Flächen immer weiter. Hierfür führte der Referent drei Hauptgründe an:

Zum einen müsse die demographische Entwicklung der Bevölkerung betrachtet werden. Zwischen 1999 und 2011 ist die Weltbevölkerung von sechs auf sieben Milliarden Menschen gestiegen und bis 2100 ist eine Einwohnerzahl von 11,2 Milliarden prognostiziert. Dieses Problem wirke weiter erschwerend sofern man die Änderung der Essgewohnheiten weltweit im Laufe der Zeit betrachte. Von 1980 bis 2005 ist der durchschnittliche Fleischkonsum im Jahr von 30 kg auf 41,2 kg um 37,3% gestiegen und von 1970 bis 2009 wurde die weltweite Fleischproduktion verdreifacht. Dies sei besonders kritisch, denn es benötige sieben pflanzliche Kalorien, um nur eine tierische Kalorie herzustellen und somit würden etwa 40% der Getreideproduktion für Futtermittel genutzt. Sollte sich diese Entwicklung nicht ändern, würden wir bis 2050 die gesamte Ackerfläche für Nahrungsmittel verwenden. Zuletzt wird auch immer mehr Agrarfläche für Biokraftstoffe und Energiepflanzen verwendet.

Die Überlastung der Erde scheint damit klar. Anschaulich wird dies am „Earth Overshoot day“, der Tag, an dem die menschliche Nachfrage nach Nachwachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen in diesem Jahr übersteigt. 2019 wird dieser Tag am 29. Juli stattfinden. Diese Überbeanspruchung bringe andere Folgen wie Überweidung, Abholzung, intensive Landwirtschaft und Flächenversieglung.

Da ein verringerter Konsum wahrscheinlich keine gesellschaftliche Akzeptanz haben würde, stellt sich die Frage: Wie ermöglicht man immer mehr Menschen einen immer höheren Lebensstandard unter Wahrung der Nachhaltigkeit? Eine mögliche Lösung wäre laut Bbr. Plett die Anwendung gentechnischer Verfahren in der landwirtschaftlichen Pflanzenzüchtung in Form einer „zweiten grünen Revolution.“ Heutzutage werden 12,3% des weltweiten Ackerlandes gentechnisch genutzt, doch Bbr. Hendrik Plett erklärte, dass die grüne Gentechnik bisher nur zur Herbizid- und Insektenresistenz genutzt werde und nicht für ein schnelleres Wachstum. Vor allem werd sie für Biotreibstoffe und Nahrungsmittel für den Westen genutzt. Somit endete der Vortrag mit dem Fazit: „Brot für die Welt? Eher nicht, aber dafür Fleisch und Bioethanol für die Industrienationen.“

Nach vier spannenden Wissenschaftlichen Sitzungen und den Festvortrag von Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany haben wir dieses Semester unsere Auseinandersetzung mit der Gentechnik abgeschlossen und die scientia gelebt. Wir lernten vieles Neues und hatten dabei auch Spaß.