"Wo zwei oder drei ..." - Das Judentum

Unitas Franco-Alemannia besucht Karlsruher Synagoge

Karlsruhe. Unitas heißt auch immer etwas Neues kennenlernen und so zog es uns passend zu unserem Semesterthema am Mittwoch, den 14. Mai 2014 zur Jüdischen Gemeinde Karlsruhe.

Dort führte uns der Kantor Moshe Hayoun durch das Gotteshaus und brachte uns das Judentum näher. Da viele Aktive noch nie in einer Synagoge waren, in der Glaube aktiv praktiziert wird, war die Wissbegier entsprechend hoch. Doch auch die Alten Herren, die zum Teil schon weit gereist sind, waren genauso neugierig.

So war die Feier des Sabbats ein bedeutendes Thema. Dabei waren wir beeindruckt, wie ernst viele Juden ihre Glauben nehmen und besonders am Sabbat die vielen Gebote und Verbote beachten. Dies wurde besonders dadurch deutlich, dass gläubiger Juden sehr stark ihr Leben nach dem Glauben ausrichten. Gerade in unserer säkularen und nicht-jüdischen Gesellschaft ist dies für sie nicht einfach, wenn zum Beispiel nie am Freitagabend und Samstag gearbeitet werden darf.
Allerdings leben sie uns Christen vor, wie der heilige Tag der Woche nicht langsam zur Werktag verkommt, wie es leider schon oft der Fall ist.
Für viele von uns war ebenfalls neu, dass während dem Gottesdienst bei orthodoxen Gemeinden die Frauen in abgetrennten Bänken sitzen. Da die Karlsruher Synagoge für alle Juden aus der Umgebung da ist, sitzen hier ebenfalls Frauen und Männer getrennt.

Neben den Unterschieden, die uns Christen von den Juden trennen, betrachteten wir aber vor allem das Verbindende, nämlich die Thora. Dazu zeigte uns der Kantor zuerst eine nicht koscheres Exemplar, bei der wir auch das Pergament berühren durften.
Ebenfalls sang er uns einen Abschnitt aus dem heiligen Buch vor. Er erklärte uns, dass die dies nicht einfach sei, da in die Thorarollen in hebräischer Schreibschrift und ohne Vokale geschrieben sind. Der Vortragende muss also den Text fast auswendig können.

Nach dieser ausführlichen Einführung ins Judentum beendeten wir den Besuch des Gotteshauses, indem wir gemeinsam das Lied "Shalom Aleichem" sangen.

Text: Bbr. Florian Kößler
Bilder: Bbr. Ingo Gabriel