"Gott in verschiedenen Rollen"

 Theologischer Gesprächsabend mit Bbr. Pfarrer Erhard Bechtold

Karlsruhe. Seit Jahren bietet der theologische Gesprächsabend einen Rahmen für Fragen rund um Glaube und Kirche. Auch in diesem Sommersemester folgten viele Unitarier der Möglichkeit sich in gemeinsamer Runde zusammen mit Bbr. Pfarrer Erhard Bechtold auszutauschen.

Bbr. Johannes Schäfer eröffnet den Abend mit einem Kurzvortrag über den Arianismus – eine christliche theologische Lehre, die im Widerspruch zur Trinitätslehre steht. Kurz gefasst beschreibt der Arianismus das Glauben an einen Jesus, der ein von Gott-Vater gesandtes Wesen ist und hierarchisch zwischen Mensch und Gott steht. Dem gegenüber steht der katholische Glaube an die Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist.
Im Verlauf der Diskussion wurde versucht, die paradoxe Logik, dass ein Gott in verschiedenen Persönlichkeiten bzw. Rollen als Gott-Vater, Jesus und Hl. Geist auftritt, aufzulösen.

Als gutes Beispiel zur Verbildlichung des Paradoxon wurde der Welle-Teilchen-Dualismus des Lichtes genannt. Gott wird Mensch, Gott blieb nicht nur außerhalb, da seine Liebe so groß ist all das nachzuerleben, was Menschsein bedeutet. Zusätzlich wurde die Erklärung des Gottes in verschiedenen „Rollen“ von Hans Küng genannt. Der Graben zwischen Gott und Mensch wird durch die Trinität und Menschwerdung Gottes in Form von Jesus Christus überbrückt.

In der Runde blieb nur noch die Frage nach dem Heiligen Geist offen. Der Heilige Geist sei das von Gott, was nicht über uns als Gott-Vater oder mit uns als Jesus-Christus ist, sondern auch in uns als Heiliger Geist, so Pfarrer Bechtold.

Der Anstoß, sich mit diesem Themenfeld näher zu beschäftigen, war eine Rückmeldung eines Bundesbruders zu unseren veröffentlichten Berichten zu Synagogen- und Moschee-Besuch in diesem Semester.

Passend zum Semesterthema befasste man sich an diesem Abend zusätzlich noch mit der Fragestellung: „Wie soll die katholische Kirche mit anderen Religionen umgehen?“. Als Fazit dieser Debatte konnte man sich auf eine gemeinsame Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung der Religionen einigen, wenngleich auch der Absolutheitsanspruch der Kirche und der Missionsauftrag des Neuen Testaments im Raum stehen.

Text: Bbr. Pascal Rogg
Bilder: Bbr. Ingo Gabriel