WS 2016/17

Baukultur unter dem Einfluss der Kolonialisierung

Semesterantrunk mit Wissenschaftlicher Sitzung von Bbr. Jesus Aramendiz

Karlsruhe. Den unitarischen Start ins Wintersemester bildete der Semesterantrunk, zu dessen Anlass sich am Dienstag den 18.10. die Aktiven und Alten Herren der Karlsruher Unitas-Vereine auf dem Haus trafen. Nachdem der Senior, Bbr. Pascal Rogg, das Thema des kommenden Semesters "Baukultur" und die drei neu auf dem Haus eingezogenen Spefüxe sich selbst mit einigen einleitenden Worten vorgestellt hatten, durften wir uns direkt mit der Wissenschaftlichen Sitzung von Bbr. Jesus Aramendiz weiter ins Semesterthema hineindenken. Unter dem Titel "Kolumbianische Baukunst - der Einfluss der Kolonialisierung auf die Architektur in Kolumbien" brachte uns der gebürtige Kolumbianer die unterschiedlichen Baustile seines Heimatlandes auf Basis ihres kulturellen Hintergrundes näher. Auch einige Beispiele für besondere Bauten Kolumbiens wurden vorgestellt.

Die indogenen Völker auf dem Gebiet des heutigen Kolumbien gehörten, trotz der kleinen Territorien, zu den mittelamerikanischen Hochkulturen, deren Siedlungen sich im Laufe der Zeit von Unterkünften für einzelne sesshafte Familien zu Städten mit mehereren hundert Einwohnern entwickelten. Die häufigsten Baumaterialien waren zu diesem Zeitpunkt, bedingt durch die natürlichen Gegebenheiten: Holz und Lehm. Mit der Eroberung durch die Spanier im 16. Jahrhundert hielt auch deren Baustil Einzug in Kolumbien. Besonders in Verwaltungs- und Sakralbauten lässt sich dieser Stil in Kolumbien bis heute wiederfinden. Mit der Befreiung von der Kolonialmacht Spanien zu Beginn des 19. Jahrhunderts verselbstständigte sich auch der Baustil zum postkolonialen Stil, dessen spanische Wurzeln aber noch erkennbar sind. Vor allem Ziegelbauten prägen nun das Bild kolumbianischer Städte. Seitdem hat sich der Baustil in Kolumbien ohne größere Stilbrüche den Fortschritten und Entwicklungen in der Baustruktur angepasst.

Im Anschluss an den Vortrag kam es auch zu einer lebhaften Diskussion, deren Hauptthemen ausgehend von der kolumbianischen Situation die Verknüpfung von politischer, religiöser oder künstlerischer Kultur und der Baukultur eines Landes und den Folgen politischer Umbrüche waren. Ebenso wurde die Frage aufgeworfen, ob Ästhetik und Baukultur zwingend zusammengehörten oder ob nach unserem Verständnis unästhetische Gebäude ob ihres kulturellen Hintergrundes eine Bedeutung zukommen könne.

Zum Abschluss konnten alle Anwesenden die kolumbianische Kultur noch einmal von einer ganzen Seite kennen: Diverse Gerichte aus der mittelamerikanischen Küche rundeten den Abend ab, der danach mit angeregten Gesprächen unter Bundesbrüdern ausklang.