Unsere Geschichte

Gründung

Der W.K.St.V. Unitas Franco-Alemannia Karlsruhe wurde am 26. Mai 1922 als Unitas Karlsruhe gegründet. Bereits am 7. Juni 1922 erfolgte auf der 60. Generalversammlung in Würzburg die offizielle Aufnahme in den Unitas-Verband.

Die Anfänge der Unitas in Karlsruhe liegen in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts. Um diese Zeit kam Bbr. Professor Martin König nach Karlsruhe.

Zunächst gab es einen gemeinsamen Stammtisch mit den Karlsruher Mitgliedern des CV und KV. Im Jahre 1906 wurde auf Initiativen Königs ein Unitas-Zirkel gegründet, der das nördliche Baden bis nach Offenburg umfasste. Es wurden Beiträge erhoben und im Herbst jeden Jahres fand eine gut besuchte Jahresversammlung statt. In Karlsruhe war monatlich ein Stammtisch.

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Karlsruhe als Vorbereitung für die Gründung einer Aktivitas an der Technischen Hochschule ein unitarisches „Kränzchen“ ins Leben gerufen, Wissenschaftliche Sitzungen abgehalten und Vereinsfeste gefeiert.

Die Publikation der Aktivitas fand am 26. Mai 1922 statt. Stolz war man darauf, dass es trotz Inflation gelungen war, zur Publikation einen Wichs zu beschaffen.

Durch intensive Werbung wurden auch mehrere Ehrenphilister für die Unitas gewonnen, darunter Pfarrer Josef Saier, der Initiator der Ötigheimer Volksschauspiele, und der Studentenseelsorger Professor Ludwig Brecht, der seinerzeit regelmäßig an den Veranstaltungen der Karlsruher Unitas teilnahm. Später war er Religionslehrer am Bismarck-Gymnasium und starb als Opfer eines Luftangriffs auf Karlsruhe am 4. Dezember 1944.

Bbr. Martin König hat sich während der gesamten Jahre zwischen den beiden Weltkriegen sehr intensiv um die Aktiven gekümmert. Nach Veranstaltungen gingen diese häufig in dessen Wohnung in der Hirschstraße 95, die daher "Kaffee König" genannt wurde.

Nationalsozialismus und Wiederbegründung nach dem Zweiten Weltkrieg

Wie die meisten Vereine wurde auch die Unitas Karlsruhe 1938 durch die Nationalsozialisten verboten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von in Karlsruhe wohnenden Unitariern rasch wieder unitarisches Leben praktiziert. Zum Vereinsfest am 23. Juni 1946 lud Bbr. Engelbehrt Bohn Unitarier und Familienangehörige mit einer vervielfältigten Karte ein.

Weitere Einladungen ergingen zu den Vereinsfesten in den Jahren 1946 und 1947 von Bbr. Froehlich. Der jeweilige Zusatz „Es empfiehlt sich, Brot mitzubringen zum Kaffee“ spiegelt die äußeren Bedingungen der damaligen Zeit wider. Für den 30. April 1947 wurde von Bbr. Froehlich zu „einer Besprechung mit Freunden aus Freiburg über die Wiedereröffnung der Unitas“ eingeladen.

Es ist abermals Froehlich, der am 28. Dezember 1947 zu einem Treffen einlädt, bei dem diesmal der ''Katholische Akademikerverein Unitas, Karlsruhe'' gegründet wird. Als Voraussetzung zur Eintragung ins Vereinsregister mussten über die zuständigen Ministerien Genehmigungsanträge in Englisch und Deutsch in fünffacher Ausfertigung und für die Vorstandsmitglieder die Spruchkammerurteile, dass sie im Sinne der Entnazifizierungsgesetze nicht belastet sind, eingereicht werden.

Als Zweck und Ziel des Vereins wurde angegeben: „Pflege der Wissenschaft auf der Grundlage der katholischen Religion, regelmäßige Abhaltung Wissenschaftlicher Sitzungen und religiöser Veranstaltungen".

Es folgten die Aufnahme in eine „Vereinsliste" am 27. Februar 1948, die polizeiliche Genehmigung am 16. März 1948 und der Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht B II am 11. Mai 1948. Vierteljährlich mussten vollständige Mitgliederlisten eingereicht und versichert werden, dass keine belasteten Nationalsozialisten dem Verein angehören.

Bei der ersten ordentlichen Generalversammlung am 19. Dezember 1948, zu der 120 Einladungen verschickt wurden, wird schließlich durch die 34 anwesenden Mitglieder die Wiederbegründung der Aktivitas beschlossen.

Ende des Jahres 1948 hat der Verein dank der intensiven Kontaktaufnahme durch Bbr. Fehrenbach etwa 68 Alte Herren und zehn studentische Mitglieder.

Die Chargen der Aktivitas wurden 1949 aus der Vorstandschaft des Unitas-Vereines herausgenommen. Die neue Karlsruher Korporation warb wie die früherer Unitas Pirminia auch um Lehrerstudenten. Nachdem die Militärregierung nicht mehr die Unabhängigkeit der Studentenvereine vom Altherrenverein verlangte, wurde die Publikation der Aktivitas angestrebt. Diese erfolgte als ''W.K.St.V. Unitas Karlsruhe'' in Verbindung mit dem 28. Stiftungsfest vom 15. bis 16. Juni 1950. Dabei wurde auch der Altherrenverein mit zunächst etwa 35 Mitgliedern widerbegründet, in den auch die Alten Herren der Pirminia integriert wurden.

Mit der Publikation der Aktivitas wurde der Beginn der formal getrennten Weiterentwicklung von Aktivitas und Altherrenschaft markiert.

Entwicklung bis zur Gegenwart

Der ''Katholische Akademikerverein Unitas, Karlsruhe e.V.'' blieb zunächst formal noch weiter bestehen und wurde erst 1959 durch Satzungsänderung zum ''Unitas-Heim Karlsruhe e.V.''

Es folgte ein rasches Wachsen und Gedeihen der Aktivitas, die bis Mitte/Ende der 60er-Jahre anhielt.

Im Sommersemester 1951 wurde die Einrichtung des Leibburschen und Leibfuchsen wieder eingeführt. Im Rahmen des Stiftungsfestes wurde erstmals eine Kneipe abgehalten. Im Zusammenhang mit der Teilnahme der katholischen Korporationen an der Fronleichnamsprozession und den Stiftungsfesten wurde die Beschaffung einer Fahne angeregt, die am Vereinsfest am 14. Dezember 1952 geweiht wird.

Am 10. Juli 1964 wurde die Unitas Karlsruhe (zur besseren Unterscheidung von der ''Unitas Pirminia in Karlsruhe'') in Unitas Franco-Alemannia umbenannt.

Nach dem Tod des bisherigen Eigentümers konnte der zum Zwecke des Hauserwerb bereits neun Jahre zuvor gegründete Unitas-Heim Karlsruhe e.V. das Haus in der Eisenlohrstraße 23 in seinen Besitz überführen. Nach einem großen Umbau und einer Erweiterung der im Keller nutzbaren Flächen durch enorme Eigenleistungen der Aktivitas konnte das bis heute erhaltene Haus im Februar 1968 zum Teil und schließlich im Wintersemester 1968/69 vollständig bezogen werden.

Danach folgte bis gegen Ende der 70er-Jahre ein Einbruch insofern, als sich ein Großteil der damaligen Aktiven überwiegend als Haus- und Wohngemeinschaft betrachtete und nach Studienabschluss der Unitas den Rücken kehrte. Das „Katholische" der Verbindung wurde erstmals in Frage gestellt, Kneipen und Festkommers verschwinden wieder aus dem Semesterprogramm.

Die Aktivitas der Franco-Alemannia überlebte diese Zeit und ab etwa den 80er Jahren konnte es zu neuer Blüte der Aktivitas kommen.

Höhepunkt der näheren Gegenwart ist die Übernahme des Vorortes des Unitas-Verbandes im Jahre 2009/2010 sowie die Ausrichtung des Aktiventags 2012 in Karlsruhe.